Erziehung ohne Gewalt - krankenkassen-check / Vorgeburtliche Anmeldung / Krankenversicherung / Krankenkasse

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Erziehung ohne Gewalt

Service / Links > Tipp's und Trick's > Tipps für Eltern

Je lauter Eltern werden, desto trotziger reagiert das Kind. Wenn der Nachwuchs nicht gehorchen will und die Eltern zur Weissglut treibt, ist die Ohrfeige häufig nicht mehr weit. Körperstrafen sind aber kein wirksames Mittel, auch wenn sie der erwachsenen Person kurzfristig helfen, sich durchzusetzen.

Wenn Kinder bocken und provozieren, fällt es vielen Eltern schwer, Ruhe zu bewahren. Sie fühlen sich überfordert, gestresst, hilflos und wissen nicht mehr weiter. Nicht selten rutscht in diesen Situationen die Hand aus. Körperliche Gewalt, wie Ohrfeigen oder Schläge, und psychische Gewalt mit Demütigungen, Alleinlassen oder Drohungen werden häufig als „normale“ Erziehungsmethoden verharmlost. Körperliche Strafen beenden ein störendes Verhalten hingegen nur kurzfristig. Sie verhindern die Auseinandersetzung mit dem Problem und bieten dem Kind keine Möglichkeit, sich anders zu verhalten.

Körperliche und seelische Folgen
Gewaltanwendungen können körperliche Schädigungen wie auch psychische Verletzungen zur Folge haben. Gerade auch weil es vor allem Kleinkinder sind, die häufiger bestraft werden. Striemen, Blutergüsse, Knochenbrüche und Verbrennungen sind mögliche Folgen. In besonders gravierenden Fällen erleiden Kinder Hirnverletzungen und bleiben lebenslänglich geistig und/oder körperlich behindert oder sie sterben gar an den Folgen der Misshandlungen.

Kinder, die körperliche Gewalt erleiden, verlieren häufig das Vertrauen in nahe Bezugspersonen. Weitere mögliche Konsequenzen können Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Verhalten, Schuld-, Scham- und Ohnmachtsgefühle sein. Weiter können Selbstverletzungen, Essstörungen, Schlafstörungen und Schmerzzustände auftreten. Zudem lernen Kinder, dass Stärkere gegenüber Schwächeren Gewalt anwenden dürfen, und dass Gewalt ganz offensichtlich ein taugliches Mittel ist, um Konflikte zu „lösen“.

Kinder ohne Schläge erziehen – Tipps für Eltern

- Konflikte gehören zum menschlichen Dasein und werden von den meisten von uns als unangenehm erlebt. Für die Lösung von Konflikten gibt es andere „Werkzeuge“ als Gewalt.
- Formulieren Sie Ihr Unbehagen, Ihren Ärger oder Ihre Frustration mit Ich–Aussagen. Sagen Sie dem Kind, was Sie beobachten und wie Sie sich dabei fühlen. Sprechen Sie über Gefühle. Kinder sollen lernen, dass auch Eltern verärgert sein können, und sie sollen erfahren, weshalb dies so ist.
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind auf gleicher Kopfhöhe. Halten Sie Blickkontakt. So gelingt der sprachliche Austausch besser. Entscheiden Sie sich zusammen mit dem Kind für eine Lösungsvariante und treffen Sie danach klare Abmachungen.
- Setzen Sie Kindern Grenzen – aber nicht mit Schlägen. Regeln und Grenzen bedeuten für Kinder Halt, Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit. Grenzen sind jedoch nicht dazu da, Kinder einzuengen; Kinder müssen sich entfalten und Erfahrungen sammeln können.
- Begründen Sie Regeln. Dienen Sie Ihren Kindern in Ihrem Verhalten als Vorbild. Dann verstehen und beachten sie Ihre Regeln und Grenzen – auch dann, wenn Sie nicht anwesend sind.
- Halten Sie Grenzen und Regeln konsequent ein. Grenzen sind keine Grenzen, wenn sie einmal befolgt und dann wieder überschritten werden können. Gleichzeitig gilt aber: Regeln und Grenzen müssen mit Kindern mitwachsen, sich mit dem Kind verändern und entwickeln.
-  Denken Sie vor dem Handeln. Atmen Sie tief durch. Gehen Sie für einen Moment auf den Balkon, oder machen Sie einen kurzen Gang ums Haus. Telefonieren Sie einer nahestehenden Person oder besuchen Sie sie.
- Beschränken Sie sich nicht nur auf die negativen Aspekte des Verhaltens, sondern sagen Sie Ihrem Kind auch, welches Verhalten Sie wünschen. Loben Sie Ihr Kind, wenn es das erwünschte Verhalten zeigt.
-  Misslungene Versuche, Kinder ohne Körperstrafen zu erziehen, sind kein Grund, die gewaltfreie Erziehung anzuzweifeln. Oder zu glauben, dass Sie als Mutter oder Vater dazu nicht fähig sind.

 
 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü