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Jugendliche Ritzer

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Sie schneiden sich mit Messern, Rasierklingen oder Scherben, sie kratzen sich oder verbrennen sich mit Zigaretten: Jugendliche, die sich absichtlich selbst verletzen, sind keine Seltenheit mehr.

Experten schätzen, dass etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung sich regelmässig Wunden zufügen. Ritzen ist mehrheitlich Frauensache, auf fünf weibliche Ritzer kommt ein männlicher. Meist beginnen die Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren mit den Selbstverletzungen: 72 Prozent schneiden sich in die Haut, 35 Prozent verbrennen sich und 30 Prozent schlagen sich. In der Mehrzahl der Fälle verletzen sich die Jugendlichen an den Extremitäten, aber auch Brust, Rumpf und Gesicht können betroffen sein. Besonders erschreckend: In mehr als der Hälfte der Fälle weiss niemand aus der Familie von dem Verhalten der Jugendlichen.

Seele in Not

Selbstverletzendes Verhalten, so die medizinische Bezeichnung für das Ritzen, ist ein Hinweis auf eine ernste seelische Störung. Sie kann entweder alleine oder in Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Essstörungen oder der Borderline Persönlichkeitsstörung auftreten. Die jugendlichen Ritzer wollen mit ihrem Verhalten in der Regel keine Aufmerksamkeit erregen. Es ist für sie eine Art Selbstschutz: Sie stehen unter einem hohen emotionalen Druck, weil sie Gefühle wie Wut, Angst, Frustration oder Trauer nicht nach aussen zeigen können. Die Verletzungen helfen, den inneren Druck und die Spannungen abzubauen. Meist verletzen sich die Jugendlichen, wenn sie alleine sind und verstecken hinterher ihre Wunden und Narben.

Eine Psychotherapie bietet reelle Chancen, von dem selbstverletzenden Verhalten loszukommen. Wichtig ist, Hilfe bei einem Therapeuten zu suchen, der Erfahrung auf diesem Gebiet hat. Je früher mit der Therapie begonnen wird, umso besser sind die Heilungsaussichten. Denn das Verhalten kann zur Sucht werden, die Jugendlichen fügen sich mit der Zeit immer schlimmere Verletzungen zu.

Hilfe anbieten

Jugendliche Ritzer sehnen sich zwar nach Anteilnahme, aber sie schämen sich meist zu sehr für ihr Verhalten, um selbst Hilfe zu suchen. Deshalb ist es wichtig, dass Familie, Lehrer oder Freunde die Warnzeichen rechtzeitig erkennen.

- Hat sich der Jugendliche in letzter Zeit zunehmend aus der Familie und dem Freundeskreis zurückgezogen?
- Verfügt er oder sie über ein geringes Selbstwertgefühl und reagiert sensibel auf Kritik?
- Trägt der Jugendliche überwiegend langärmelige Kleidung, unabhängig von der Tageszeit und den Temperaturen?
- Sind Ihnen in letzter Zeit häufiger Verletzungen aufgefallen wie Schnittwunden, Abschürfungen, Verbrennungen, Blasen oder blaue Flecken?
- Liefert der Jugendliche unglaubwürdige Erklärungen über die Herkunft der Verletzungen wie „die Katze hat mich gekratzt“ oder „ich bin in die Hecke gefallen“?

Gibt es Hinweise auf selbstverletzendes Verhalten, sollten Sie diese auf keinen Fall ignorieren, sondern den Jugendlichen offen darauf ansprechen. Wichtig ist, dass der Jugendliche merkt, dass Sie ihm Hilfe anbieten, ohne ihn jedoch unter Druck zu setzen. Häufig wollen Jugendliche nicht mit ihren Eltern über ihre Probleme reden. Ein schriftlicher Dialog in Form von Briefen oder E-Mails kann eine Alternative sein, um dennoch ins Gespräch zu kommen. Suchen Sie aber auf jeden Fall professionelle Hilfe, zum Beispiel bei lokalen Jugendberatungsstellen, beim Kinder- und Jugendpsychologischen Dienst oder beim Hausarzt.

 
 
 
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